2. Mai 2003 „Jugend“

 

Mit dem kontinuierlichen Anstieg der Jugendgewaltkriminalität in den achtziger und neunziger Jahren ging auch ein Anstieg der jugendlichen Gewaltopfer einher. Obwohl sich in dieser Zeit die Zahl der Opfer unter Jugendlichen verdreifachte, wurde ihnen im Rahmen des täterorientierten Strafrechts weit weniger Beachtung geschenkt als den Tätern. 

 

In den letzten Jahren können wir jedoch ein verändertes Bewusstsein beobachten. Der Gesetzgeber setzte mit Initiativen wie dem Opferschutzgesetz und der gewaltfreien Erziehung im Kindschaftsreformgesetz wesentliche Signale und unterstreicht damit die Notwendigkeit einer Blickwendung zu Menschen mit leidvoller Opfererfahrung.

 

Insbesondere hat die innerfamiliäre Gewalt gegen junge Menschen langfristige Folgen. Sie beeinflusst die Art und Weise, mit der Menschen ihre soziale Umgebung und sich selbst wahrnehmen negativ und verhindert die Entwicklung sozialer Kompetenzen, insbesondere der Fähigkeiten, Konflikte ohne Gewaltanwendung zu regulieren. Die Entwicklung gewaltbefürwortender Einstellungen wird wahrscheinlicher und auch das Risiko, dass die betroffenen Opfer später auch ihrerseits aktiv Gewalt anwenden, wird nach den Befunden zahlreicher Studien deutlich erhöht.

 

Einen weiteren Aspekt, der eng mit familiären Strukturen verzahnt ist, stellt der Einfluss der Medienlandschaft dar. Der Umgang mit Filmgeschichten ermöglicht den Jugendlichen die Spiegelung mit persönlichen Alltagssituationen ihrer Lebenswelten und kann in der Bewältigung von Problemen sowohl positiv unterstützend als auch desorientierend destruktiv wirken. Da sich Jugendliche aus gewaltgewohnten Familien selbst oft zu gewaltbereiten Peergroups hingezogen fühlen, ist die Reduzierung ihrer Victimisierung angesichts der negativen Auswirkungen ein wichtiger Baustein bei Präventionsmaßnahmen.

 

Die Polizeidirektion Heidelberg möchte mit dieser Fachtagung ganz bewusst ein Signal setzen, sowie nachhaltig und konsequent den eingeschlagenen Weg eines intensivierten Opferschutzes weiter verfolgen. Die höchsten Opferraten, insbesondere im Bereich der Gewaltkriminalität, und die stärksten Anstiege finden sich regelmäßig bei jungen Menschen. Unter Berücksichtigung auch der familiären Gewalt sind junge Menschen weitaus häufiger Gewaltopfer als Gewalttäter. Opfer von Gewalt Erwachsener sind häufig junge Menschen, Opfer von Gewalt junger Menschen sind häufig Gleichaltrige. Deshalb verdienen vor allem junge Menschen als Opfer unsere besondere Aufmerksamkeit und Schutz.

 

Investitionen in unsere Jugend, gerade im Bereich der Sicherheit, zur Gewährleistung von Flexibilität und Mobilität, Arbeitsenergie und Lebensfreude, sind Investitionen in die Zukunft.“ (Vorwort des Leiters der Polizeidirektion Heidelberg zur Fachtagung „Jugend“ am 22.05.03)

An der Fachtagung nahmen ca. 160 Lehrerinnen und Lehrer, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Jugend- und Sozialarbeit, kommunalpolitische Entscheidungsträger, Polizeibeamte und andere Interessierte teil. 

 

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